Ungesicherte WLAN-Signale: SEK stürmt falsche Wohnung

11 08
2009

Folgenden sehr interessanten Beitrag habe ich eben im Blog von basicthinking.de entdeckt. Er berichtet, wie das SEK die Wohnung eines Mannes stürmt, weil dessen Nachbar „fast-illegales“ über sein ungesichertes WLAN veranstaltet hat.

Wer noch einen guten Grund braucht, die Signale seines WLAN-Routers zu verschlüsseln – hier ist er: In Recklinghausen stürmte das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Münster die Wohnung eines Mannes, nachdem dieser vermeintlich eine Amokdrohung in einem Chat losgelassen hatte. Pech nur, dass der eigentliche Übeltäter der Typ von gegenüber war, der über den ungesicherten Zugang seines Nachbars surfte. Laut der “Allgemeinen Zeitung” haben die Jungs in Schwarz bei ihrem Fauxpas das Apartment des Mannes arg in Mitleidenschaft gezogen: Unter anderem hätte das SEK “dessen Wohnungstür gleich mitgenommen”, kommentierte später ein Polizeisprecher den Einsatz. Vom Schrecken, den der Mann davontrug, nicht zu sprechen.

Deshalb will er sich jetzt zur Wehr setzen, mit einer “umfangreichen Schadensersatzforderung”, die der Polizei Münster nun von seinem Anwalt zugestellt wurde. Die Behörde dachte zunächst nicht daran, zu zahlen: “Durch den Betrieb einer ungesicherten WLAN-Verbindung hat der Betroffene einen Schadensersatzanspruch verwirkt”, ließ die Behörde mitteilen. Das Verhalten des Mannes sei vergleichbar mit jemanden, “der in den Urlaub fährt, Fenster und Türen seines Hauses geöffnet lässt und sich dann wundert, dass in seinem Haus Straftaten begangen wurden”. Am Ende – vielleicht auf Druck des Zeitungsartikels – ist die Münsteraner Polizei dann doch eingeknickt und hat dem falschen Tatverdächtigen einen “angemessenen Betrag” angeboten – natürlich ohne dabei irgendeine Rechtspflicht anzuerkennen.

Ach ja, ihr wollt wissen, was aus dem Nachbar wurde, der im Netz die Amokdrohung tatsächlich vom Stapel gelassen hat: die Polizei hat ihn zunächst einkassiert. Musste ihn dann aber wieder laufen lassen, weil es keine Anhaltspunkte gab, dass an der Sache tatsächlich etwas dran war.

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