Gesetz soll WLAN-Datensammlung durch Google stoppen

07 06
2010

Google Street View steht derzeit im Fokus der Öffentlichkeit und stark in der Kritik. Der neue Dienst von Google zeigt viele Städte aus Sicht eines Fußgängers bzw. eines Autos. Um die nötigen Bilder zu erhalten, fahren Kamerafahrzeuge auch durch deutsche Städte und nehmen die Häuserfassaden und alles, was sich sonst noch auf der Straße befindet, auf.

Wie vor kurzem bekannt wurde, erfasste Google dabei aber nicht nur die optischen Eindrücke, sondern speicherte auch die Daten offener, privater WLAN-Netze dauerhaft. Darunter sollen offenbar auch Ausschnitte aus dem E-Mail-Verkehr sein. 

Die Politik reagiert

Die CDU/FDP-Regierung in Schleswig-Holstein will Googles WLAN-Sammelwut nun gesetzlich stoppen. Der Landtagsabgeordnete der CDU, Michael von Abercron, und die Abgeordnete Ingrid Brand-Hückstädt von der FDP sind sich einig:

„Angesichts des völlig inakzeptablen Umgangs von Google mit sensiblen Problemen des Datenschutzes mussten wir handeln.“

Die beiden Fraktionen sprechen sich für ein bundesweites Verbot der gewerbsmäßigen Kartographierung privater Funknetze aus. Über den Bundesrat soll der Antrag durchgesetzt werden.

Google lenkt ein

Google hat auf die starke Kritik reagiert und die Datensammlung in Deutschland mittlerweile eingestellt. Zunächst weigerte sich das Unternehmen, die gesammelten Daten an den zuständigen Datenschützer Johannes Caspar aus Hamburg zu übergeben. Grund waren Bedenken bezüglich eines möglichen Verstoßes gegen das Fernmeldegeheimnis. Nun gibt Google sich aber auch hier kompromissbereit. In Kürze sollen die sensiblen Daten an Datenschützer in Deutschland, Frankreich und Spanien übergeben werden.